Gesundheit

Wohl dem, der gesund ist…

Seine Gesundheit sollte man, wie es auch nur irgend geht, erhalten. Gesundheit ist das höchste Gut auf Erden und man kann sie sich nicht kaufen, deshalb sollte man gut auf sie aufpassen.

Manchmal funktioniert das aber nicht und dann ist man „plötzlich“ Besitzer einer chronischen Erkrankung. So auch bei mir. Da läuft man 30 Jahre (eigentlich sogar von Geburt an, aber mit Beginn der Pubertät kam erst der Ausbruch) mit einer Erkrankung herum und weiß es gar nicht.

Man quält sich mitunter mit schweren, schmerzenden Beinen, mag sich kaum anfassen lassen, weil jede Berührung einfach nur weh tut und keiner versteht es. Man selbst nicht und noch viel weniger das Umfeld.

Diäten gehören zum Leben dazu. Man macht eine nach der anderen, um immer wieder feststellen zu müssen, dass sie mal wieder nichts gebracht hat. Sport – ja, hab‘ ich auch gemacht – sogar Leistungssport. Geht heute gar nicht mehr. Mittlerweile bin ich viel zu klein für mein Gewicht… Spaß beiseite. Wovon ich hier schreibe, ist das Lipödem oder auch besser bekannt als Reiterhosensyndrom. Das Lipödem ist eine chronische Fettverteilungsstörung, die hauptsächlich Beine und Arme quasi lahm legt, weil man sich vor lauter Fettmassen, die NICHT angefressen sind, irgendwann nicht mehr bewegen kann. Das Lipödem ist chronisch und progredient, also immer weiter fortschreitend. Es gibt keine kausale Behandlung für die rund 4 Millionen betroffenen Frauen, wobei die Dunkelziffer deutlich höher geschätzt wird, weil nicht alle Betroffene eine Diagnose erhalten. Also, es gibt Behandlungen, aber die eine bringt langfristig (nicht mal mittelfristig) nichts und die andere wird nur selten (in sogenannten Einzelfallentscheidungen) von den Krankenkassen bezahlt, weil sie genau genommen keine Kassenleistung ist.

Okay, jetzt hier detailmäßig auf das Lipödem ein zu gehen, würde den Rahmen sprengen. Wer sich dafür interessiert, kann gerne unsere Vereinsseite besuchen. Unter www.lipoedem-hilfe-ev.de findet ihr alle Informationen, die das Lipödem betreffen.

Was ich im Grunde genommen damit sagen wollte und das ist mein Appell an die Gesellschaft:
Geht respektvoll und vorurteilslos miteinander um. Kein Mensch kann etwas dafür, wenn er krank ist. Jeder kann jederzeit an etwas erkranken und erwartet dann Verständnis von der Gesellschaft, also kann man von Gesunden auch mehr Respekt erwarten, wenn jemand mal nicht der sogenannten Norm entspricht. Jeder Mensch ist einzigartig und jeder Mensch ist schön – auf seine ganz eigene Art und Weise.

Beispiele verschiedener Lipödem-Stadien der Beine

Stadium-I  Lipödem Stadium IIStadium-III